Ben Hadamovsky
Mit allen Wassern gewaschen
 

Kosten und Finanzbarometer

Willkommen im Experiment UNBEZAHLBAR – Expeditionen mit freiem Preis.

Was kostet denn so eine Woche Mitsegeln?“ … werde ich oft gefragt. Kaufmännisch ist das recht einfach zu beantworten: Du nimmst die Kosten für das Schiff (12.035,00€) plus die Kosten für den Skipper (16.200,00€ brutto) plus Steuern (ca. 3.000,00€) und teilst diese Summe (31.235,00€) durch die Anzahl der Wochen, welche wetterbedingt gesegelt werden können (15). Bei der optimistischen Annahme einer Auslastung mit durchschnittlich 3 Mitseglern und 15 Expeditionen, landest Du bei einem Durchschnittspreis pro Woche  und Mitsegler von 695€ (268€ Schiffskosten + 360€  Skipper + 67€ Steuer). Der ist furchtbar langweilig und ungerecht, da für Alle gleich, obwohl ja Alle über unterschiedlich viel Geld verfügen. Darum das Experiment.

Richtig spannend wird es bei der Frage:  Was ist ein für Dich stimmiger Beitrag zu diesem Experiment? Womit fühlst Du Dich gut? Was sind andere bereit zu geben? Und können wir alle damit (über)leben?

Mich beschäftigt die Frage was passiert, wenn wir unsere “Arbeitszeit“ nicht mehr verkaufen.
Was geschieht, wenn nicht unsere Arbeit oder unser Produkt be- oder entlohnt, sondern umgekehrt für unser Auskommen gesorgt wird, damit wir überhaupt in der Lage sind, etwas zu tun?

Wenn wir also die bisherige Übereinkunft dieser Gesellschaft, Arbeit ist die Bedingung für Einkommen, einfach umdrehen:

Einkommen ist die Bedingung für Arbeit?

Was geschieht, wenn wir damit ernst machen?

Eine Provokation.
Warum sollte ich etwas bezahlen, wenn es keinen Preis gibt?
Unbequem.
Jetzt muss ich mir selbst Gedanken darüber machen, ob – und wie viel ich bereit bin beizutragen.
Ungerecht.
Manche haben viel und zahlen wenig. Manche zahlen nichts.
Riskant.
Sind wir Menschen schon bereit für die Erfahrung der Freiheit?
Real.
An Bord der Segelacht Phoenix setzen wir den Kurs zu den Grenzen unserer Muster und Konventionen im Umgang mit Geld und Arbeit. Ein segelndes Forschungslabor für neue Erfahrungen und Ideen.

Die Risiken und Nebenwirkungen kannst Du im Logbuch  verfolgen. Dort berichte ich von meinen Erfahrungen, wie das Experiment läuft, und wie es sich anfühlt. Dort finden Sie auch Kommentare und Beiträge von anderen Teilnehmern und dort kannst Du selber Deine Gedanken und Ideen mitteilen.

Hier findest du eine Aufstellung über die Kosten des Experiments für 2019:

Schiffskosten. Das benötigt die Phoenix im Jahr:

     
  • Winterlager
                    1.800,00€
  • Rückstellungen für Verschleiß Segel, Leinen, Antifouling, etc.
                    1.500,00€
  • Abnahme und Beitrag SeeBG
                       800,00€
  • Wartung Rettungsmittel
                       450,00€
  • Versicherungen
                       685,00€
  • Liegeplatz Sommer
                       900,00€
  • Rückstellung für Reperaturen
                    1.000,00€
  • Werbung und Internetauftritt
                    500,00€
  • Wertverlust Schiff
                   4.500,00€
   Summe €:               12.035,00€

 

Das braucht der Skipper für das Projekt*:
(5 Monate Segeln, je ein Monat Vor- und Nachbereitung und 2 Monate Erholung)

              

Auskommen Ben und 1 Kind: 9 x 1.800,00€ brutto

(Meine Frau sorgt für sich selbst und 1 Kind)

                

16.200,00€

 

Das braucht das Finanzamt/die Gemeinschaft:

(Beiträge an Finanzamt ca.:)         3.000,00€

 

Projektkosten im Jahr:  

31.235,00€

     
Einnahmen am 31.05.2019:  

          8.426,00€

Es fehlen (nur) noch:      22.809,00

 

Und hier kannst du mich und das Projekt finanziell unterstützen :
(Wenn du ein Paypalkonto hast)


30.297,34€   …Spenden in 2018 (Budget je 31.235,00€).
27.124,64€
    …Spenden in 2017.
21.712,99€    …Spenden in 2016.

*   „…Könnte es übrigens nicht auch sein, dass es Mitsegler gibt, die Ihnen neiden, mit „ein paar“ Wochen Segeln im Jahr ihr Auskommen „einfahren“ zu können, während sie selber unter Umständen „hart arbeiten“ während des ganzen Jahres?“ 

…fragte mich kürzlich ein Autor der Zeitschrift Yacht.

Ja, das mit dem Neid könnte schon sein. Dann bitte ich diese Menschen sich mal real vorzustellen, ob sie wirklich bereit sind sich jede Woche auf zwei bis vier vollkommen fremde Menschen mit ihren Themen, Licht- und Schattenseiten und ihren ganz speziellen Eigenheiten einzustellen. Dabei aufmerksam, offen, humorvoll und wohlwollend zu sein. Und das nicht nur ein paarmal, sondern eben fünf Monate? Und dann ja nicht nur 8 Stunden, sondern den ganzen Tag von morgens um 6 bis abends um 22 Uhr. Ohne Wochenende. Also ca. 16 Stunden am Tag, mal 7 Tage, mal 15 Törns, macht 1680 Stunden. Plus 2 Monate Vor- und Nachbereitungszeit mit normalen Arbeitszeiten von ca. 160 Stunden pro Monat. Macht zusammen also 2000 Stunden.

Das ist weit mehr, als ein normaler Mensch in einem Jahr für seinen „Lohn“ arbeitet (das wären üblicherweise eben nur ca. 1500 Stunden).
Und klar ist das eine der vielen spannenden Fragen: Warum erleben solche Menschen sich als „hart arbeitend“, während mein Projektfür sie so sehr nach „bezahltem Urlaub“ aussieht? Und warum sollte ich nicht dasjenige tun, was mir Freude bereitet (und dass dann auch mit Haut und Haaren und rund um die Uhr) und gleichzeitig für mein Auskommen gesorgt sein? Eben damit ich es tun kann? Zumal ich real mehr Stunden dafür „arbeite“ als sie?

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