Ben Hadamovsky
Mit allen Wassern gewaschen

Kategorie Archiv:Allgemein

Geschafft!

nach nur zwei Tagen waren die 90.000,00€ für die Zwischenfinanzierung und 50.000,00 für den Kredit zusammen! Unglaublich!

Ganz herzlichen Dank euch Allen und viele Grüße von der – endlich warmen – Ostsee, sendet der glückliche Skipper Ben

ANAKIWA

Ich träume seit einigen Monaten von einer Weiterentwicklung meines Segelprojekts.

Ich träume von einem zweiten Standbein(Rumpf) mit mehr Platz für meine Gäste und erweiterten Möglichkeiten: Mit 4 abgeschlossenen Kajüten ( = Gästezimmern), jeweils mit einem großzügigen Doppelbett. Mit einem großen Gemeinschaftsraum in der Mitte und klaren Rückzugsmöglichkeiten mit echter Privatsphäre.
Und jetzt wird der Traum sehr konkret, den ANAKIWA ist aufgetaucht.

Ein Hochsee-Fahrtenkatamaran vom Typ Lavezzi 40.
12 Meter lang. 6,50 Meter breit. 1,10 Meter Tiefgang. 11 Jahre jung. Platz für 8 Gäste, plus extra Skipperkoje.
Segelt zur Zeit noch in Kroatien. Steht ab Herbst bereit.

Für den Kauf fehlen Carola und mir 50.000€. Und es braucht eine Zwischenfinanzierung von 90.000€, bis Phoenix und unser Zirkuswagen verkauft sind.

Und jetzt haltet euch fest: Gestern habe ich das Projekt in meinem Mailverteiler vorgestellt. Heute sind die 90.000€ für die Zwischenfinanzierung bereits zugesagt, sowie weitere 4.000€ für 5 Jahre.

Ihr Menschen seid einfach unglaublich!

Falls du auch noch etwas Geld für die nächsten 5 Jahre entbehren kannst, freuen wir uns riesig über ein Darlehen von dir! Als Zinsen gibt’s z.B. 3% in Form von Segeltagen an Bord.

Glücksrabe

G

Zu meiner Überraschung hat mein kleiner Blogeintrag von letzter Woche -und der Hinweis an die Versicherung darauf – erstaunlich schnell Wirkung gezeigt: nach nur 2 Stunden klingelt mein Telefon und ein überschwänglich-freundlicher Herr verkündet mir die große „Überraschung“, dass die Generali AG den Schaden an meinem Schiff regeln wird …

Warum sie nicht gleich das Offensichtliche getan haben, bleibt mir ein Rätsel.
Zurück bleibt ein schaler Nachgeschmack und der Eindruck, dass ich nur mein Recht bekomme, wenn ich Druck ausüben kann.

Und was hat das mit meinem Experiment zu tun?

Vielleicht so viel: Wenn schon die vertraglich garantierte Leistung solch ein Problem für einen Konzern darstellt, wie weit sind diese Organisationen dann von einem auf Einsicht und Freiwilligkeit basierenden Ausgleich der Interessen entfernt? Ich werde immer dankbarer für die Menschen, die zusammen mit mir freiwillig diesen Versuch wagen: “Ich stelle deine Bedürfnisse auf eine Stufe mit meinen und suche nicht allein meinen eigenen Vorteil…“

Da bin ich wirklich ein echter “Glücksrabe“, wie mein Sohn Nils es einmal als kleiner Junge formuliert hat und fühle mich sehr privilegiert, dieses Experiment tun zu dürfen.

Ver-Sichert? Lieber nicht bei Generali oder als Makler über die Bavaria AG!

eigentlich ist es fast heiter: vor 6 Wochen wurde Phoenix von einer anderen Yacht gerammt. Das war ärgerlich, hat Zeit, einen Werftaufenthalt und Nerven gekostet. Die verursachende Yacht ist über die Bavaria AG als Makler bei der Generali versichert für genau solche Fälle. Ich habe den Unfall aufgenommen und mit Bildern an die Versicherungsagentur gemeldet, so wie sie es mir in einem Telefonat vorher geraten hatten. Der Eigner der Yacht hat das selbe gemacht.

Drei Wochen keine Reaktion. Auf mein wiederholtes Nachfragen kam immer wieder die Standardantwort: „Ja, wir kümmern uns darum und melden uns dann wieder bei ihnen“. Was sie dann aber nie gemacht haben.

letzte Woche habe ich es dann direkt bei der Generali Versicherung versucht. Angeblich würden noch Unterlagen fehlen. Man würde sich darum kümmern, etc., etc…

Wieder keine Antwort. Diese Woche wurde ich dann etwas unfreundlich bei meinem wöchentlichen Anruf bei der Bavaria-AG (nach 6 Wochen ohne Ergebnis). Aber auch sie konnten mir wieder nur versichern, dass sie ja nicht zuständig sind und bei Generali nachfragen und mich dann ganz bestimmt zurückrufen würden. Ich habe ihnen ein Ultimatum für die Rückmeldung gesetzt. Das ist jetzt um. Nun gibts also hier diese kleine Anekdote über die hart für ihre Kunden arbeitenden Versicherungsmakler und Agenten, die einen Bagatellschaden von knapp 700€ einfach nicht geregelt bekommen.
Was los ist, wenn mal ein wirklich großer Schaden entsteht, mag ich mir da lieber nicht ausmalen.

Ein Witz, wenn auch ein schlechter. Fazit: Lieber sein Schiff nicht über die Bavaria AG bei der Generali versichern lassen. Da droht dann im Schadensfall eher Verunsicherung statt Hilfe.

20.06.2019

Hier kommt eine kleine Zwischenbilanz aus der Segel-Finanz-Experiment-Stimmungsabteilung:

Wir haben Mitte Juni und Phoenix ist bereits fast ausgebucht. Es gibt nur noch 11 freie Kojenplätze im September!

Es waren spannende Menschen an Bord und trotz zum Teil sehr durchwachsenen Wetters hatten wir schöne Törns.

Die Mitsegler hatten Spaß und eine erfüllte Zeit.

Mein Essen wurde gelobt und die “zufällig“ zusammengewürfelten Crews haben zumindest in meinen Augen immer gut “gepasst“.

Und:

Mir geht’s grade bescheiden. Meine persönliche Achterbahnfahrt in diesem Experiment saust mal wieder ins tiefe Tal. Wenn es finanziell so weiter geht wie bisher, bleibt mir und meiner Familie am Ende der Saison ein netter Berg Schulden.

Über ein Drittel der bisherigen Mitsegler hat sich entschieden, nicht mal die Summe für die Schiffskosten für ihre Koje (295€) beizutragen. Pro Woche fehlen im Schnitt trotz einiger „Viel-Zahler“ 350€ für einen kostendeckenden Betrieb.

Was sind mögliche Gründe?

Spreche ich mit meinem Angebot nicht genug finanzkräftige Menschen an? Ist es momentan einfach Pech oder Zufall, das gehäuft eher „Weniger-Zahler“ mitfahren? Ist es ein Test, wie sehr ich daran zu glauben vermag, dass am Ende trotzdem genug zusammen kommt? Also einfach nur eine persönliche Geduldsprobe?

Jedenfalls kostet es mich ordentlich Energie, beim Blick auf die momentanen Zahlen nicht die Hoffnung zu verlieren.

Kräuterparadies

Immer öfter finden wilde Kräuter aus der näheren Umgebung des Hafens oder Ankerplatzes ihren Weg in die Bordküche.

Kann ich Giersch, Brennessel und Löwenzahn schon von weitem erkennen, so bin ich erschreckend blind, wenn es darum geht Knoblauchsrauke, Vogelmiere, Labkraut oder Gundermann zu bestimmen.

Selbst mit einem Bestimmungsbuch ausgerüstet, sieht zunächst einfach alles für mein ungeübtes Auge „grün“ aus.

Offenbar ist es für mich bei Wildkräutern nicht wie sonst mit neuen Themen: erwartet man ein Baby, ist man plötzlich von Schwangeren geradezu umzingelt.

Bis ich diesen Zustand bei Wildkräutern erreicht habe, braucht es wohl noch ein wenig Training.

31.05.2019

Eigentlich machen wir hier ja zwei Experimente:

  1. ich übe Vertrauen, dass die Mitsegler genug zahlen, damit ich auch im nächsten Jahr noch da bin.
  2. Die MitseglerInnen sind untereinander solidarisch, in dem diejenigen die mehr zahlen, die die weniger zahlen können, mittragen. Dies mag nicht allen bewußt sein, ist aber eine beachtliche soziale Leistung. Vor allem in Zeiten des immer überhitzter laufenden Neoliberalismus, wo allein mein eigener Vorteil zählen sollte.

Mich ermutigt das sehr!

29.05.2019

Wenn der Bauer nicht Schwimmen kann …

Letzte Woche wurden wir gerammt.

Nein, nicht auf See, sondern festliegend im Hafen von Lyö. Alle Boxen neben uns frei. Ein Charterschiff (natürlich…) versucht abzulegen und bekommt das schiff nicht gegen die 5-6 Bft. gedreht. Anstatt halt sich händisch an einem Pfahl umzudrehen, kurven sie wild im Hafen rum und landen endlich neben uns. Ich komme raus zum Abhalten, aber anstatt dass der gute Skipper den Rückwärtsgang einlegt, gibt er noch ordentlich Gas und kracht uns voll in die Seite. Trotz meiner verzweifelten Versuche gegenzuhalten, Knickt er uns die Reeling um.

Hinterher behauptet er, es habe am Propeller gelegen…

27.04.2019

Bereits am Fliegen…

Unser Sohn Nils ist nun seit einem Jahr in England im Internat Brockwood Park School: http://brockwood.org.uk/.

Das Geld für dieses erste Jahr hatte er weitgehend selber über Fundraising eingesammelt.

Seit einem Jahr macht er dort neben den Pflichtfächern hauptsächlich Kunst.

Die zwei Bleistiftzeichnungen von ihm zeigen schön seine Entwicklung.

Mir bleibt da die Spucke weg. Respekt Nils. Du breitest nicht nur deine Flügel aus, sondern bist schon am Fliegen.

01.04.2019

“ I learned so much from my mistakes.
I am thinking of making a few more.“ (
Wer hat das gesagt?)