Ben Hadamovsky
Mit allen Wassern gewaschen

01.04.2019

“ I learned so much from my mistakes.
I am thinking of making a few more.“ (
Wer hat das gesagt?)

27.03.2019

Saisonstart. Brrrrrr.

Phoenix ist schon im Wasser!

Da die Schleuse vor meinem Winterlagerquartier an der Westküste ab Sonntag repariert werden wird, und damit die Passage bis zum Herbst unmöglich ist, hatten wir einen etwas verfrühten Saisonstart. Zum Slippen und Auftakeln war wunderbar warmes Wetter. Leider reichte das nicht für die Überführung. Bei frühlingshaften 3 Grad und schneidend kaltem Wind ging es über die eisige Nordsee und durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Rendsburg.

Jetzt kommt noch die BG-Verkehr-Abnahme (alle zwei Jahre fällig) und dann lasse ich das Schiff hier friedlich von wärmeren Tagen träumen und verziehe mich gen Süden zurück zu meiner Familie.

Aber im Bauch grummelt schon die Vorfreude auf den Sommer, das Meer, die Häfen und Schiffe und herrliche Segelwochen mit spannenden Menschen.

11.03.2019

seit einer Woche läuft meine Fundraising-Kampagne für einen Freie-Kojenplatz-Spendentopf auf Startnext: https://www.startnext.com/glueckssegeln-de.

Nach dem in den ersten zwei Tagen 300€ – und damit erfreuliche 40% des ersten Fundingziels – zusammen waren, dümpelt das Spendenbarometer seit dem in der totalen Flaute.

Meine Vermutung, dass vor allem Menschen aus meinem Umkreis dazu beigetragen haben, hat sich durch einen Blick auf die Statistikfunktion der Seite bestätigt: Nach dem Start und meiner begleitenden Rundmail zeigt sie nur noch 2 Besucher pro Tag an.

Schade, ich hatte gehofft über diese Plattform noch andere Menschen zu erreichen. Aber offensichtlich bewegt sich dort kaum jemand hin um Neues zu entdecken, sondern die jeweiligen Fangruppen und „Follower“ einer Idee/Initiative sind mehr oder weniger unter sich.

Stellt sich mir die Frage, wozu es dann diese Plattform und die damit verbundenen Kosten braucht? Einfach meine „Crowd“ anzuschreiben und um Spenden zu bitten, hätte ich ja auch ohne Startnext machen können!

Was bisher aber wirklich geholfen hat, war der Vorgang meine Ideen in das vorgegebene Format zu bringen. Da hat sich bei mir im Laufe des Prozesses noch einiges zugespitzt und geklärt. Danke dafür. Das war gut.

Als Marktplatz für neue Ideen taugt die Plattform wohl eher nicht. Dafür sind einfach zu wenig „Kunden“ unterwegs. Schade.

06.03.2019

Auf See

Und immer wieder das Thema Geld/Lohn/Einkommen/Auskommen:

Götz Werner, der Gründer von dm, hat es einmal schön auf den Punkt gebracht als er sinngemäß sagte: Man kann Menschen nicht für ihre Fähigkeiten oder Qualifikationen bezahlen. Man kann Menschen nur dafür bezahlen, dass sie da sind und Zeit haben, für einen zu arbeiten.

Eigentlich so simpel. Ob ich ein guter Skipper bin, aber vielleicht ein schlechter Teamführer, spielt für mein Einkommen keine Rolle, denn ohne ausreichendes Einkommen kann ich nicht Skipper sein. Und wenn ich ein „entspanntes“ Einkommen habe, werde ich ein entspannterer Skipper sein, als wenn es finanziell zwackt.

„Und was, wenn du plötzlich Millionen geschenkt bekommst? Gehst du dann noch segeln?“ werden sicher einige nun Fragen.

Ich wüßte nicht, warum ich es nicht tun sollte. Es macht mir Freude, ich bin unter Menschen, auf meinen geliebten Schiff und gleichzeitig in der Natur und ich lerne jeden Tag dazu. Gibt es eine bessere Art seine Zeit zu nutzen?

02.03.2019

Reifezeugnis?

Junge Menschen engagieren sich für ihre Zukunft (Schulstreiks für das Klima).

Ältere Menschen in Führungspositionen werfen ihnen vor, die Schule zu schwänzen (U.a. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, CDU).

Junge Menschen zeigen Verantwortungsbewusstsein.

Ältere Menschen zeigen ihre Unreife …

08.02.2019

Fragen:

  • Warum scheint uns Kritik an den bestehenden Verhältnissen umso seriöser und glaubwürdiger, je mehr der Kritiker im bestehenden System als erfolgreich gilt?
  • Warum lachen immer wieder Menschen über mich und mein Experiment, nur weil es mich finanziell noch nicht komplett trägt?
  • Warum haben wir so viel Angst, etwas neues auszuprobieren (mich eingeschlossen)?

04.01.2019

Trolle, oder was?
Nach dem letzten Beitrag bekam ich zwei spannende Kommentare. Leider waren beide Anonym, bzw. die angegebenen Mailadressen nicht funktionstüchtig.

Sorry, liebe Schreiber, aber Kommentare von Menschen, die sich so verstecken müßen, werde ich nicht mehr veröffentlichen.

Vielleicht bin ich da naiv und gutgläubig, aber ich wünsche mir, daß wir mit unserem Namen hinter unseren Gedanken stehen. Inklusive dem Recht auf Irrtum!


24.01.2019

24.01.2019

Reiche sollen bei Strafzetteln mehr zahlen …

Der niedersächsische Innenminister Pistorius bringt sich mit dem Vorschlag ins Gespräch, das gerade bei vermögenden Menschen die Abschreckungswirkung von Bußgeldern nicht greife. Wo z.B. ein Frisör bei einem Busgeld für zu schnelles Fahren von max. 680€ in seiner Existenz bedroht ist, da es sich um seinen halben Monatslohn handelt, juckt die selbe Summe einen Großverdiener mit 20.000€ Monatseinkommen natürlich nicht wirklich.

Ein so simpler wie logischer Gedanke: Jeder nach seiner Leistungsfähigkeit. Ob Herrn Pistorius mein Experiment als Anregung diente?

20.01.2019

Ich bin gerade für zwei Tage auf der Bootsmesse in Düsseldorf. Dort halte ich zwei Kurzvorträge über das Segeln mit Familie. Thema: Wie waren unsere Erfahrungen auf der Weltumseglung? Aber bitte in 15 Minuten. Länger geht dort kein Vortrag.

Mhhh. Fällt mir nicht leicht, mich auf so wenig Zeit zu beschränken. Und so bin ich nicht wirklich überrascht, als der Moderator mit Blick auf die Uhr unser gerade in Gang kommendes Gespräch abbricht. Schließlich sollen die Menschen auf einer Messe nur kurz angeregt werden. Themen vertiefen ist nicht vorgesehen.

Und was gibt es sonst so zu sehen?

Das teuerste Boot kostet 6 Millionen und hat 120 Quadratmeter Wohnfläche.

Am anderen Ende der Skala des Wahnsinns findet sich mit der Fa. https://green-boats.de/ ein unternehmen aus Bremen, die statt den üblichen Materialien aus Kunstharz, Glasfaser und Karbon, Boote aus Hanf, Kork und einem Harz,welches zu 60% aus Leinöl besteht, entwickelt hat. Diese Bauweise besteht zu 80% aus nachwachsenden Rohstoffen und ist zu 100% recycelbar. Kostet aber auch zur Zeit noch 30% mehr als die nicht ökologische Variante. Klar, denn da ist ja die Entsorgung noch nicht eingepreist. Also werden weiter fröhlich nicht recycelbare Sondermüll-Schönheiten am laufenden Band produziert. Zur großen Freude kommender Generationen.

Was ich nicht verstehe: Bis auf Hallberg Rassy und Sirius baut niemand mehr eine Scheuerleiste an sein Schiff. Da gebe ich eine halbe Million für meine Traumyacht aus, und beim ersten Anlegemanöver zerkratze ich mir die glänzende Bordwand an einem alten Pfahl. Warum stört das niemanden?

Interessant auch, dass sich offensichtlich niemand ernstlich für die Unterwasserschiffe interessiert. Lange Schlangen bilden sich vor den Messeständen, um einen Blick in das Innenleben der Schiffe zu werfen. Was unter Wasser ist, scheint egal zu sein. So schlängele ich mich einsam zwischen den sich verblüffend ähnelnden Kielformen und ausnahmslos frei stehenden Ruderblättern hindurch. Ob Bavaria, Dufour, Benneteau, Amel oder Hallberg Rassy, von Untern sehen sie alle gleich aus.

Ist das nun gut? Haben wirklich alle Werften die ultimative Zauberformel für das perfekte Unterwasserschiff für jede Anwendung gefunden? Oder ist das einfach eine blöde Mode, denn warum sollte eine Yacht, die für lange Ozeanreisen mit kleiner Crew konzipiert wurde, gebaut sein wie ein Regattaschiff? Da stimmt doch was nicht, oder?

Vielleicht zeigt sich hier aber nur die traurige Wahrheit, dass kaum jemand mehr lange Ozeanreisen macht und darum nahezu alle Yachten für kurze, schnelle Tagestörns konzipiert werden?

12.01.2019

Habe ich das verdient?

Gerade beschäftig mich der Gedanke, was denn geschieht, wenn in 2019 die Spenden des Experiments erstmalig das Budget überschreiten? Wenn ich Gewinn mache?

Was wir bei einem Unternehmen selbstverständlich finden, wirft zumindest in mir eine ganze Reihe von Fragen auf:

  • Habe ich das dann noch verdient?
  • Ist es nicht unmoralisch, mehr Geld einzunehmen, als ich brauche?
  • Bin ich dann erfolgreich?
  • Darf ich mit diesem Geld machen was ich will, oder bin ich dann eigentlich verpflichtet, diesen Überschuss für kommende Törns mit finanzschwachen Teilnehmern zurückzulegen?
  • Sicher ist es OK den Gewinn für die Ausbildung meiner Kinder einzusetzen, oder an mildtätige Organisationen zu geben. Zigarren kaufen geht aber garnicht, oder?
  • Werden Teilnehmer, wenn sie sehen, dass das Budget bereits erreicht ist, nichts mehr zahlen? Wird also dieser Fall selbstregulierend nicht eintreten?
  • Warum beschäftigen mich in meinem Fall diese Fragen, und warum findet kaum jemand etwas daran, wenn z.B. der VW-Konzern mit nachweislich betrügerischen Methoden und fehlerhaften Produkten den größten Gewinn in der Konzerngeschichte einfährt?
  • Würde noch jemand ein Produkt kaufen, wenn am Preisschild zu lesen wäre, wie hoch der einkalkulierte Gewinn ist?

Schon verrückt, wie da in mir Moral und Ethik auf dem Thema liegen. Warum finden wir umgekehrt nichts daran, wenn ein erfolgreicher Unternehmer seinen Gewinn für sich beansprucht. Und wie selbstverständlich ist uns der Gedanke, eben diesen Gewinn auch noch durch Steuervermeidung, Lohndumping, etc. zu „optimieren“. Oder denke nur ich so?

Mich wird dieses Thema sicher noch eine Weile begleiten. Was denkst du dazu?